Stadt Augsburg Stadtarchiv Augsburg
L o g o
18.08.2019

Marie Veit (1877 – 1955)

Marie Veit wurde am 15. April 1877 als Marie Alt geboren. Ihre Eltern, Joseph und Christine Alt, stammten aus dem Aichacher Umland. In den 1860er Jahren zogen sie nach Augsburg-Kriegshaber wo sie 1865 heiratete.
 
Die insgesamt siebenköpfige Familie Alt lebte in ärmlichen Verhältnissen und zog häufig innerhalb der Arbeiterviertel Krisgehaber und Oberhausen um.

Marie Alt heiratete am 20. Oktober 1901 in Augsburg den bei der MAN beschäftigten Fabrikarbeiter Heinrich Veit aus Westerringen. Wie es für die Augsburger Arbeiterschaft typisch war, wechselten auch Marie und Heinrich Veit mit ihren fünf Kindern häufig den Wohnsitz.
 
Bemerkenswert ist, dass Marie Veit ab 1912 drei Jahre Nachbarin von Katharina Ehm, ihrer späteren Stadtratskollegin der MSPD, in der Ottostraße 3 bzw. 5 war. Ob sich die Frauen näher kannten und sich vielleicht sogar politisch austauschten, kann heute nicht mehr geklärt werden. Offensichtlich förderten jedoch die Lebensbedingungen in Augsburgs Arbeitervierteln das politischen Engagement der Bewohner.
 
Marie Veit trat auf Platz 6 der Kandidatenliste der USPD bei der ersten Stadtratswahl 1919 an. Durch die Wahl fielen der USPD insgesamt sieben Sitze zu und Marie Veit zog als einziges weibliches Mitglied der USPD in den Stadtrat ein. 

Neben dem Stadtrat, dem sie nur eine Wahlperiode bis zum Jahresende 1924 angehörte, war Marie Veit auch Mitglied im Armenrat der Stadt Augsburg.

Meldebogen von Heinrich und Marie Veit
Häufige Wohnungswechsel wie sie auf dem Meldebogen der Familie Veit dokumentiert sind, waren in typisch für die Arbeiterschaft Augsburgs. So mag es ein Zufall gewesen sein, dass Marie Veit von 1912 bis 1915 Nachbarin ihrer späteren Stadtratskollegin Katharina Ehm in der Ottostraße 3 bzw. 5 war.
Stadtarchiv Augsburg, Meldebögen, Veit Heinrich und Maria.