Stadt Augsburg Stadtarchiv Augsburg
L o g o
18.08.2019

Katharina Ehm (1874 – 1919)

Eine besonders tragische Geschichte verbindet sich mit der ersten Stadträtin der MSPD, Katharina Ehm.  
Die am 03. Oktober 1874 in Fürth als Katharina Dimpfle geborene Katharina Ehm heiratete am 11. Juli 1896 in Augsburg-Pfersee Johann Kaspar Ehm. Auch der ein Jahr jüngere Johann Kaspar Ehm war kein gebürtiger Augsburger, sondern vielmehr erst kurz von der Eheschließung aus Mauren bei Donauwörth nach Augsburg gekommen. Anstellung fand der gelernte Weber in der Augsburger Buntweberei Riedinger. Die Familie lebte in Pfersee und Oberhausen. Zwischen 1894 und 1916 brachte Katharina Ehm 14 Kinder – sieben Mädchen und sieben Buben – zur Welt. Trotz der schwierigen finanziellen Situation der Familie – Katharina Ehm beantragte 1903 und 1910 Unterstützung bei der städtischen Armenpflege – erreichten zehn ihrer Sprösslinge das Erwachsenenalter.

Wann oder warum Katharina Ehm ihre politische Karriere begann lässt sich aus den überlieferten Quellen nicht mehr nachvollziehen. Sicher ist nur, dass sie am 15 Juni 1919 als eine von drei Kandidatinnen der MSPD in den ersten Augsburger Stadtrat gewählt wurde. Ihr neues Amt konnte Katharina Ehm jedoch nicht mehr antreten. 4 Tage nach der erfolgreichen Wahl, am 19. Juni 1919, erlag sie einem Krebsleiden.
 
In seiner zweiten Sitzung am 1. Juli 1919 gedachte der Stadtrat der verstorbenen Kollegin. An ihrer Stelle zog ein Mann, Sebastian Schuster, in das neugewählte Gremium ein.

In seiner zweiten Sitzung gedenkt der neugewählte Augsburger Stadtrat der verstorbenen Stadträtin Katharina Ehm
1. Juli 1919
Katharina Ehm (MSPD) wurde am 15. Juni als eine von vier Frauen in das 50-köpfige Gremium des Stadtrats gewählt. Ihr Amt konnte sie leider nicht mehr antreten, denn schon am 19. Juni 1919 verstarb sie. An ihrer Stelle zog ein Mann, Sebastian Schuster, in den ersten Augsburger Stadtrat ein.
Stadtarchiv Augsburg, Stadtrat, Nr. 1