Stadt Augsburg Stadtarchiv Augsburg
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23.09.2019

Räterepublik …von München nach Augsburg

Zeit der Träumer?

Räterepublik …von München nach Augsburg

Währenddessen spitzten sich die Verhältnisse in München zu: Ein Putsch gegen die Räteregierung konnte von der „Roten Armee“ am Palmsonntag, dem 13. April 1919, niedergeschlagen werden. Auf die drohende Gefahr, die sie von Rechts vermuteten, proklamierten Betriebs- und Soldatenräte die „Kommunistische Räterepublik“ – getragen wurde sie auch von Berufsrevolutionären wie Eugen Leviné und Max Levien. Massive Eingriffe in die Pressefreiheit – darunter das Verbot bürgerlicher Zeitungen –, die Beschlagnahmung von Wohnraum und ein zehntägiger Generalstreik dokumentieren, mit welcher Entschlossenheit die zweite Räteregierung in einer immer drängender werdenden Krisensituation vorging.

Zur Verteidigung der bestehenden politischen Ordnung entsandten Reichs- und Landesregierung Soldaten und Freikorps, die sogenannten weißen Truppen, in die bayerische Landeshauptstadt. Während die politisch Verantwortlichen Augsburgs noch darauf hofften, dass die Neutralität Augsburgs beim dem Durchmarsch der weißen Truppen nach München gewahrt bliebe, rüsteten sich die Revolutionäre in Augsburg und vor allem in München zum Kampf.

In den Morgenstunden des Ostersonntags, dem 20. April 1919, erreichten die Regierungstruppen Augsburg. Schnell nahmen sie das Rathaus ein, stießen aber vor allem in den Arbeitervierteln links der Wertach und in Oberhausen auf Gegenwehr. Die Kämpfe, bei denen mindestens 44 Menschen – darunter mehrheitlich Unbeteiligte – ums Leben kamen, dauerten bis zum 22. April 1919.

Propaganda um die Rücksichts- und Erbarmungslosigkeit der jeweils gegnerischen Seite fachte bei beiden verfeindeten Parteien die Brutalität im Kampf um die zukünftige politische Ausrichtung Bayerns an.

Nach der Unterwerfung der Augsburger Revolutionäre wurde München am 1./2. Mai 1919 von den „weißen“, gegenrevolutionären Truppen zurückgewonnen.

Zur endgültigen Stabilisierung der politischen Lage gründeten sich in zahlreichen Städten Einwohnerwehren. Diese konservativ geprägten paramilitärischen Gruppen übernahmen im Zusammenwirken mit der Polizei Aufgaben des lokalen Ordnungsdienstes. Die Augsburger Stadtwehr wurde am 4. Mai 1919 offiziell ins Leben gerufen. Ihre Gründung markiert das Ende stürmischer Zeiten und revolutionärer Bewegungen.

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