Stadt Augsburg Stadtarchiv Augsburg
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19.09.2019

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Juni 2013

Die reichsstädtischen Brunnenwerke

Der Rohrnetzplan der Wasserversorgung aus den drei oberen Brunnentürmen am Roten Tor von Stadtbrunnenmeister Caspar Walter.

[1741]

Bereits 1412 hatte der Rat zuerst durch Leupold Karg am Schwibbogentor und erneut 1416 durch den Ulmer Werkmeister Hans Felber ein Brunnenwerk am Roten Tor errichten lassen, durch das sieben Rohrbrunnen in der oberen Stadt gespeist wurden. In der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden dann die ersten Hauswasseranschlüsse gelegt. Seit dem Bau der ersten Wasserleitung in der Reichsstadt Augsburg unterstanden der Bau, die Überwachung und die Erneuerung der Wasserbrunnen, Rohrsysteme und Wassertürme der Stadt jeweils dem Stadtwerkmeister bzw. später dem Stadtbrunnenmeister. Am 2. September 1741 wurde Caspar Walter d.J. (1701-1769), Sohn des Zimmermanns Caspar Walter d. Ä. (1661-1741), zum Stadtbrunnenmeister der Reichstadt Augsburg bestimmt, nachdem er bereits seit 1728 als Obmann am Unteren Brunnenturm gewirkt hatte. Mit technischem Geschick und großem Sachverstand brachte der protestantische Stadtbrunnenmeister die Augsburger Brunnenwerke zwischen 1741 und 1768 auf einen für die damalige Zeit hervorragenden Stand. Insbesondere das von ihm in mehreren Arbeiten und Plänen besonders gewürdigte Brunnenwerk am Roten Tor wurde zu einer über die Grenzen der Reichsstadt hinaus bekannten technischen Attraktion. Walter verfasste zahlreiche Schriften zu den Brunnenwerken und zur Wasserversorgung in Augsburg von denen vor allem sein Werk Hydraulica Augustana von 1753/1766 Handbuchcharakter beanspruchen kann. Caspar Walter wurde mehrmals von benachbarten Städten in Fragen dortiger Brunnen- und Wasserwerke zu Rate gezogen, z. B. von Schwäbisch Hall, wo er ein Gradierhaus errichtete.

Literatur: Hagen/Wegener-Hüssen, Stadt Augsburg, S. 52-58. - Kollmann, S. 72ff. — Ruckdeschel, Die Brunnenwerke. — Ruckdeschel, Das Untere Brunnenwerk. - Ruckdeschel, Technische Denkmale, S. 86-113. - Ruckdeschel, Industriekultur, S. 13-23. - Stetten, Geschichte der Stadt Augspurg, Bd. 1, S. 146. — Stetten, Kunst-, Gewerb- und Handwerks-Geschichte, Bd. 1, S. 151f. und Bd. 2, S. 47,53.

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