Stadt Augsburg Stadtarchiv Augsburg
L o g o
19.12.2018

Das neue Stadtarchiv

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Mit seinen bis ins 11. Jahrhundert zurückreichenden historischen Beständen zählt das Stadtarchiv Augsburg zu den bedeutendsten Kommunalarchiven Deutschlands und Europas. Es beherbergt eine Fülle von Schätzen aus der Verwaltungs-, Kultur-, Wirtschafts-, Sozial- und Alltagsgeschichte der Stadt Augsburg.

Der derzeitige Gesamtbestand umfasst nach dem Bezug des neuen Archivgebäudes im Textilviertel rund 13 Kilometer an Archivgut. Dieses lagert künftig unter optimalen Bedingungen in klimastabilen Magazinräumen und ist dann voraussichtlich ab Sommer 2015 zentral nutzbar.

Konstruktionszeichnung des Hüttenbads am Senkelbachkanal; 16. September 1903; kolorierte Federzeichnung, Papier, 41,5 cm h x 49,5 cm b x 1,5 cm t; Stadtarchiv Augsburg, HAV, Aktengebiet 4 (Wirtschaft) – Bestand 34, Nr. 820.

Dazu wurde ab 2012 das denkmalgeschützte Industrie- und Bürogebäude eines der ältesten Augsburger Unternehmen der Textilindustrie einer neuen Funktion zugeführt.

Wo einst die Maschinen der „Augsburger Kammgarn-Spinnerei“ arbeiteten, werden heute auf insgesamt 4.450 Quadratmetern historische Dokumente nach modernen konservatorischen und archivfachlichen Anforderungen aufbewahrt und erschlossen.

In effektiver und funktionaler Aufteilung sind öffentlich zugängliche Räumlichkeiten (zwei Lesesäle und zwei multifunktionale Ausstellungs- und Seminarräume), Büros und Werkstätten (Arbeitsräume für Ordnung und Erschließung, Restaurierung, Reprographiestelle) mit sechs modernen Magazintrakten verbunden.

Eine Pionierleistung stellt dabei die baulich gelungene Lösung einer optimalen Flächennutzung in den Archivmagazinräumen dar: Auf einer Fläche von 3.200 Quadratmetern konnte durch den Einbau einer doppelstöckigen Fahrregalanlage auf einer eigens konstruierten Stahlbühne die Magazinkapazität nochmals erweitert werden.

Für besonders sensibles Archivgut wie Glasplatten und Fotonegative wurde ein spezieller Kühlraum in einem Sondermagazin vorgesehen.
 

Im Sondermagazinbereich werden auch Archivalien verwahrt, die eine spezielle Lagerung erforderlich machen, wie z. B. etwa 500 Laufmeter Karteien zum Personenstandswesen oder eine Sammlung von ca. 40.000 historischen Karten und Plänen. Für besondere Großformate sind nun Flachablagen und eine Schubanlage für Karten und Pläne zur optimalen Unterbringung vorhanden.

Künftig steht somit ein Gesamtvolumen von rund 26 Regalkilometern für die Unterbringung der wertvollen Archivalien zur Verfügung.

Modern eingerichtete Büros mit jeweils angeschlossenen kleineren und größeren Ordnungsräumen dienen den Archivarinnen und Archivaren des Stadtarchivs künftig für deren unterschiedliche Erschließungs- und Verzeichnungsarbeiten.

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Die Bestände

Das Stadtarchiv Augsburg ist als städtisches Fachamt für alle Fragen des kommunalen Archivwesens zuständig. Daher fungiert es als zentrale Einrichtung für sämtliche städtischen Verwaltungsstellen und Gremien, Betriebe und Einrichtungen, von der Stadt verwaltete Stiftungen und all deren Vorgängerbehörden aus reichsstädtischer Zeit. Zur Überlieferung des Stadtarchivs zählen auch die Unterlagen von insgesamt 10 nach Augsburg eingemeindeten, ehemals selbstständigen Umlandgemeinden. Auf der Grundlage gesonderter Vereinbarungen werden zudem Sammlungen und Nachlässe aus Privatbesitz, außerdem Vereins-, Verbands-, Familien-, Handwerks- und Firmenarchive archiviert.

Zum Gesamtbestand gehören neben ca. 11.500 Metern Akten und Amtsbücher auch umfangreiche Sammlungen und Selekte wie ca. 5.000 Urkunden, 40.000 historische Karten und Pläne, 70.000 Fotonegative und -abzüge, 20.000 Plakate, Film- und Videomaterial, Sammlungen von Zeitungen und Zeitungsausschnitten, Tonträger und digitale Medien, 500 Laufmeter Karteien sowie eine ca. 35.000 Bände umfassende Fachbibliothek.

Weiterführende Informationen über die Bestände des Stadtarchivs finden Sie auch in einem anlässlich der Gebäudeübergabe neu erstellten Flyer des Stadtarchivs hier als PDF-Dokument.

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Die Aufgaben

Wesentliche Aufgaben des Stadtarchivs sind neben der Bewertung, Übernahme und Bestandserhaltung von Archivgut insbesondere auch die Nutzbarmachung und Vermittlung der Bestände. Hierzu werden die Archivalien hauptsächlich für verwaltungsinterne Recherchen, rechtliche, wissenschaftliche, heimat- und familiengeschichtliche Forschungen sowie für sonstige private Zwecke aufbereitet. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit finden regelmäßig Vorträge und Ausstellungen statt.

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Die Benutzung

Ein heller und moderner Lesesaal mit insgesamt 28 Arbeitspätzen steht voraussichtlich ab Ende 2014 / Anfang 2015 jedem, der ein berechtigtes Interesse an der Archivbenutzung hat, offen.

Der separate Karten- und Medienlesesaal bietet daneben die Möglichkeit einer Benutzung archivalischer Quellen in Form von Ersatzmedien (Mikrofilme, Digitalisate).
Die Archivverwaltung (Geschäftsstelle), das Bindeglied für interne und externe Dienstleistungen, ist im Lesesaal neben dem Archiv- und Magazindienst die erste Anlaufstelle für Auskünfte und Archivbenutzung.

Ein Teil der umfangreichen stadtgeschichtlichen Fachbibliothek wird künftig im Lesesaal als Handbibliothek zur Verfügung stehen. Die übrigen Bände, wie auch die Findmittel und Archivalien selbst, werden nach einführender Beratung vom Benutzerdienst bereitgestellt.

Das Repertorienzimmer und die davor befindlichen PC-Recherchestationen bieten über zahlreiche analoge und elektronische Findmittel den Erstzugang zu den Beständen und den Dokumenten.

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