Stadt Augsburg Stadtarchiv Augsburg
L o g o
26.04.2018

Das neue Stadtarchiv

Auslagerung der Hängepläne

Mit einer besonderen Aktion hat das Stadtarchiv Augsburg seine Umzugsmaßnahmen in die Räume des neuen Archivs am 12. Mai 2014 eingeleitet: die Auslagerung von historischem Kartenmaterial aus dem 16.-20. Jahrhundert, das aufgrund seiner Größe einen besonders sorgfältigen Umgang erfordert.

Es handelt sich dabei um 80 wertvolle, großformatige Hängepläne, die Ausmaße von bis zu 4 Metern erreichen und deshalb nicht in Planschränken untergebracht werden können. Die historischen Karten und Zeichnungen waren bisher an einer verschiebbaren Deckenschienenleiste im klimatisierten Kellermagazin des Stadtarchivs in der Fuggerstraße gelagert. Durch das offene Verschieben und durch ältere Beschädigungen hat sich der Erhaltungszustand der Pläne in den letzten Jahrzehnten allerdings z. T. sehr verschlechtert.

 

Die historischen Pläne des 16.-20. Jahrhunderts im Kellermagazin des Stadtarchivs mit z. T. erheblichen Schäden und Gebrauchsspuren

 

Die alte Hängeplananlage
Die alte Hängeplananlage
Beschädigungen
Beschädigungen
Beschädigungen
Beschädigungen

Nach oben

Das Restauratoren-Team bei der Arbeit:

Entnahme der Objekte aus den Deckenschienen
Das Restauratorenteam beim vorsichtigen Aufwickeln der Karten um eine Planhülse und Verpacken der Objekte mit Luftpolsterfolie
Abtransport über den beengten Notausgang im Keller und Verladen der Planhülsen zur weiteren Bearbeitung der Pläne in der Restaurierwerkstatt in Kornwestheim
 

Daher war ein besonders vorsichtiger Umgang bei der Verpackung der Großformate erforderlich. Für diesen aufwendigen Kunsttransport konnte die Fa. Schempp Bestandserhaltung GmbH aus Kornwestheim gewonnen werden, die in den nächsten Monaten auch eine Reihe von konservatorischen Maßnahmen an den Plänen durchführen wird (Oberflächenreinigung, Sichern und Fixieren von losen Kartenteilen und Papierschichten, Schließen von Rissen, Glätten), um die Dokumente vor weiteren Schäden zu sichern.

Eine moderne Gitterschubanlage dient ab Herbst 2014 der optimalen Unterbringung aller historischen Großformate

Das neue Magazin, in dem die Großformate nach ihrer Restaurierung ab Herbst 2014 in einer 4,60 Meter hohen Bilderschubanlage eingehängt werden, sollen die historischen Kartenwerke dann künftig nur noch im Ausnahmefall verlassen, etwa wenn sie in Ausstellungen der Öffentlichkeit gezeigt werden. Nachdem aber von allen Plänen auch hochauflösende Scans angefertigt werden, kann der interessierte Archivbenützer die historischen Zeichnungen und Drucke selbstverständlich auch weiterhin benützen: im neuen Lesesaal werden die Bilddateien demnächst komfortabel in einer Datenbank präsentiert.

Die kostbaren großformatigen Karten und Pläne überliefern – z. T. als Ergänzung zu schriftlichen Quellen – auf einzigartige Weise in bildlicher Form Besitzverhältnisse und Herrschaftsrechte der Reichsstadt Augsburg, aber auch anderer interner und externer Herrschaftsträger, wie z. B. der Markgrafschaft Burgau, des Heilig-Geist-Spitals oder verschiedener anderer Gemeinden. Sie belegen bestehende Jagd- und Fischereirechte, Weiderechte, Niedergerichtsbarkeiten sowie Grenzverläufe zwischen unterschiedlichen Territorien. Das Planmaterial dokumentiert im Besonderen auch Bauaufnahmen einzelner Gebäude bzw. Gebäudekomplexe, wie z. B. die Lage frühneuzeitlicher Mühlen und Wasserbauten, Bleichen und Bleichwiesen in und außerhalb Augsburgs, die bestehenden Brunnenanlagen im Stadtgebiet sowie einzelne Waldflächen des Umlands mitsamt des vorherrschenden Baumbestands. Das gesamte Kartenmaterial stellt somit – wie auch die übrigen Objekte der derzeit ca. 10.000 Dokumente umfassenden historischen Karten- und Plansammlung des Stadtarchivs – ein für die historische Forschung unvergleichlich reichhaltiges und einmaliges Quellenmaterial dar.

Nach oben