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27.04.2018

Veranstaltungen 2012

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Mittwoch, 1. August 2012, 19.30 Uhr
Stadtarchiv Augsburg, Fuggerstraße 12,
86150 Augsburg

Prof. Dr. B. Ann Tlusty

Handwerker als Dichter.
Schandlieder und Schmachzettel als Corpus Delicti in Augsburger Gerichtsakten

Der Vortrag stellt Beispiele von Schandliedern und anderen schriftlichen Formen der Verunglimpfung aus dem 16. und 17. Jahrhundert vor, die von ganz gewöhnlichen Augsburger Handwerkern verfasst wurden. Satirische Beleidigungen dieser Art wurden entweder von ihren Urhebern eigenhändig niedergeschrieben oder, falls deren Schreibkünste nicht ausreichten, dem Gerichtsschreiber in die Feder diktiert. Die Lied- oder Versform verstärkte noch den Angriff auf die Ehre der angegriffenen Personen, da sie die Botschaft in eine eingängige Form goss und leicht wiederholbar machte. So wurden diese „Gedichte“ in breiten Schichten der Stadtbevölkerung zu einer bevorzugten Form der öffentlichen Schmähung und des Protests und zum effektiven Werkzeug sozialer Kontrolle von unten.

Prof. Dr. B. Ann Tlusty ist Leiterin des History Departments an der Bucknell University in Lewisburg, Pennsylvania, USA, und Autorin mehrerer Bücher und Aufsätze über geschlechtsspezifische Verhaltensweisen in der Frühen Neuzeit, darunter Trinken, Glücksspiel, Gewalttätigkeit, Militärwesen und Stadtverteidigung. Ihre aktuelle Forschung gilt der Sozialgeschichte des Lesens und Schreibens sowie der Sprachgeschichte ‚von unten‘.

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