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20.11.2018

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April 2013

Die Bastei Lueginsland im Spanischen Erbfolgekrieg

1704, Gabriel Bodenehr d. A., [Augsburg]

Der 1494 angelegte »Untere Friedhof« zwischen St. Stephan und Lueginsland mit der Friedhofskapelle St. Salvator (errichtet 1498) stand bis zur Einführung der Parität allen Augsburger Pfarreien zur Verfügung. 1649 wurde der Friedhof den Protestanten überlassen. Während des Spanischen Erbfolgekrieges, als französische und bayerische Truppen Augsburg 1704 eroberten, verwüsteten die Franzosen den Friedhof, der später nicht wieder aufgebaut, sondern eingeebnet wurde. An seiner Stelle wurden Befestigungsanlagen errichtet.

Der Stich von Gabriel Bodenehr d. Ä. lässt ein der Stadtmauer und den Wallanlagen bei der Bastei Lueginsland vorgelagertes Ravelin erkennen, das nach seiner Errichtung in der schwedischen Besatzungszeit während des Spanischen Erbfolgekrieges von Bayern geschliffen wurde. Die zwischen 1538 und 1553 im Zuge der Ausbauarbeiten der Stadtbefestigung errichtete Bastei wurde 1704 von den Franzosen zur Zitadelle ausgebaut und nach deren Abzug 1705/1707 erneut abgetragen.

Gabriel Bodenehr d. Ä. (1673—1765) entstammt der bedeutenden Künstler- und Kupferstecherfamilie der Bodenehr in Augsburg. Nach dem Tod von Vater und Sohn Stridbeck, Johannes Stridbeck d. Ä. (um 1641-1716) und Johannes Stridbeck d. J. (1666-1714), übernahm er 1766 den Kunststichverlag. Zu seinen Hauptwerken zählen die Zyklen »Biblische Figuren« und »Europens Pracht und Macht« sowie eine Folge von Stadtansichten und Stadtplänen mit 200 Blättern.

Literatur: Josef Bellot, Politische Ereignisse und Festlichkeiten (1649-1806), in: Geschichte der Stadt Augsburg, S. 451-456. - Blendinger, Entwicklung. - Künast. -Josef Mancal, Beitrag »Lueginsland«, in: Augsburger Stadtlexikon, S. 621f. - Josef Mancal, Beitrag »Stadtbefestigung«, in: Augsburger Staddexikon, S. 831. - Ritter, S. 405-422. - Stetten, Kunst-, Ge-werb- u. Handwerksgeschichte, Bd. 1, S. 53. - Peter Stoll, Beitrag »Friedhöfe«, in: Augsburger Stadtlexikon, S. 414f.

Transkription: Des FORTS oder sogenanter CITADELL, // welches die Franzosen mit Ruinierung des // Evangelischen St. Stephans Gotts Acker, u[nd] ande- // rer daran gelegnen Gaerten u[nd] Haeussern, in // AUGSPURG Anno 1704. im Monath Februarii // angelegt, u[nd] kaum Verfertiget, bis Sie es den 16. // August selbiges Iahrs sambt der Statt, aus gros- // ser Forcht u[nd] Schröcken, von sich selbst verlassen.

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