Stadt Augsburg Stadtarchiv Augsburg
L o g o
20.04.2018

"Haunstetten 1952 - 1972 - 2002"

Haunstetten
1952 - 1972 - 2002

 

Veranstaltung und Ausstellung des Stadtarchivs Augsburg
zur Stadterhebung Haunstettens vor 50 Jahren

Das 1952 eingeführte Stadtwappen von Haunstetten: Geteilt und unten gespalten von Blau, Schwarz und Silber; oben ein springendes silbernes Pferd, unten vorne ein goldenes Kleeblattkreuz, hinten ein rotes Zahnrad. - Das Kreuz und das Pferd erinnern an die ehemalige Ortsherrschaft des Reichsstifts St. Ulrich und Afra, das Zahnrad weist auf die Bedeutung Haunstettens als Industrieort hin.

Am 3. September 1952 wird die Gemeinde Haunstetten zur Stadt erhoben. Als Voraussetzung für die Stadterhebung werden vom bayerischen Innenministerium v.a. die gestiegene Einwohnerzahl, die wirtschaftliche Entwicklung und der moderne Wohnungs- und Siedlungsbau in Haunstetten anerkannt.
 
Die Entwicklung "vom Bauerndorf zum Industrieort" (Wilhelm Hoegner in seinem Grußwort zur Stadtfeier 1962) und die an eine Kommune gestellten Anforderungen verdeutlichen u.a. die großen Bauvorhaben Fröbelschule (1952), Pestalozzi-Schule (1958), Naturfreibad (1960), Krankenhaus (1968), Bauhof (1968) und Stadion (1969).
 
Trotz zahlreicher Versuche, die Eigenständigkeit zu erhalten (z.B. Bürgerbefragung), wird Haunstetten im Rahmen der Gebietsreform am 1. Juli 1972 nach Augsburg eingemeindet.

Nachkriegszeit

Der Not in der Nachkriegszeit setzt erst die Währungsreform 1948 ein Ende. Der neugewählte Gemeinderat versucht die Leistungsfähigkeit Haunstettens über Steuereinnahmen zu stärken (z.B. Getränkesteuer 1948) und die Gemeindekasse v.a. für größere Bauvorhaben zu füllen

Stadterhebung 1952

Bei der von Haunstetten ausgerichteten Festveranstaltung zur Stadterhebung am 6. September 1952 erhält der Haunstetter Bürgermeister Xaver Widmeier vom bayerischen Innenminister Dr. Wilhelm Hoegner die Stadternennungsurkunde überreicht. Mit der Verleihung der von Dr. Wilhelm Hoegner unterschriebenen Urkunde wird Haunstetten das Recht eingeräumt, die Bezeichnung "Stadt" zu führen.

Jubiläumsfeier 1962

10 Jahre nach der Stadterhebung wird eine Jubiläumsveranstaltung mit einem umfangreichen Festprogramm durchgeführt. In der Sonder-Beilage der Haunstetter Zeitung vom 7. September 1962 zieht die junge Kommune eine "beachtenswerte Erfolgsbilanz". Am Festzug, der am 10. September 1962 durchgeführt wird, nimmt auch eine Abordnung der US-Armee mit einer Divisionskapelle teil.

Wachstum von Haunstetten

In einem mit den Stadterhebungsfeierlichkeiten verbundenen Festakt wird die neu errichtete Fröbelschule am 2. September 1952 eingeweiht. Am 20. September 1958 folgt die Eröffnung der Pestalozzischule (heute: Albert-Einstein-Schule). Beide städtische Volksschulbauten belegen die Bemühungen Haunstettens um eine moderne städtische Infrastruktur, die sich besonders dem Schulwesen verpflichtet sieht.

Nach langen Verhandlungen erreicht die Stadtverwaltung am 1. Juli 1957 die Rückgabe der von den Amerikanern in der Messerschmittsiedlung beschlagnahmten 318 Wohnungen.

Große Anstrengungen unternimmt Haunstetten im Bereich der städtischen gemeinnützigen Einrichtungen: Neben dem am 3. Juli 1960 eröffneten Naturfreibad (Spatenstich am 8. September 1958 mit Bürgermeister Karl Rieger und einem Vertreter der US-Armee).

Eingemeindung 1972

Die Ende 1971 von der bayerischen Staatsregierung beschlossene Gebietsreform sieht auch die Eingliederung Haunstettens nach Augsburg vor. Obwohl Anfang 1971 mehrere Protestaktionen von Bürgermeister, Stadtrat und Bürgerschaft (z.B. Bürgerversammlung am 26. Februar 1971) zur "Erhaltung der Selbständigkeit" der Stadt Haunstetten durchgeführt werden, unterzeichnet Bürgermeister Karl Rieger am 7. Juni 1972 den "Eingliederungsvertrag zwischen der Stadt Augsburg und der Stadt Haunstetten".