Stadt Augsburg Stadtarchiv Augsburg
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20.04.2018

Themenabend am 27. Januar 2010

Mittwoch, 27. Januar 2010, 19.30 Uhr
Tag der Opfer des Nationalsozialismus
Augustana-Forum, Im Annahof 4,  86150 Augsburg

Unter der Leitung Münchens

Dr. Andreas Toppe
Die Augsburger Justiz im Dritten Reich (1933–1939)

Am 1. April 1932 verlor die schwäbische Metropole ihr Oberlandesgericht. Fortan unterstanden das Augsburger Landgericht sowie die Amtsgerichte seiner Bezirke dem  Bayerischen Obersten Landesgericht in München, später dem Oberlandesgericht München. Mit der Machterlangung der Nationalsozialisten erlebte die schwäbische Justiz einen zweiten, aber diesmal umfassenderen, ideologisch geleiteten Umstrukturierungsprozess. Dieser endete mit der Aufhebung der Unabhängigkeit der Justizorgane und seiner Richterschaft, der Entfernung jüdischer und politisch missliebiger Beamter, der Einrichtung von Sondergerichten sowie mit der Ausbildung verschärfter und neuer Strafgesetze auf politischem Gebiet. Augsburg besaß hier großenteils keine Zuständigkeit, doch leistete es gleichwohl unter Anleitung der Münchner Reichsmittelbehörde seinen Beitrag zur Umsetzung der nationalsozialis tischen Rechts- und Rassenlehre.

Dieser Themenabend erfolgt in Kooperation mit der Juristischen Gesellschaft Augsburg und dem Augustana-Forum.

Dr. Andreas Toppe hat als Zeithistoriker am Institut für Zeitgeschichte u. a. über das Oberlandesgericht München im Dritten Reich sowie über das  Völkerrecht in der Wehrmacht geforscht. Heute arbeitet er in der Arbeits- vermittlung für die Alleinerziehenden bei der ARGE Augsburg Stadt.

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