Stadt Augsburg Stadtarchiv Augsburg
L o g o
25.04.2018

Burgkmair, Hans

* 1473 A., † Mai/Ende Aug. 1531, Maler, Zeichner für Holzschnitt. Erste Ausbildung bei seinem Vater, Thoman B. (um 1444-1523), dessen wenige erhaltene Werke (religiöse Gemälde in der Staatsgalerie A.; Bildnis des Predigers Johannes Capistran in der Nationalgalerie Prag) ihn als durchschnittlichen Künstler zeigen, der gleichwohl eine geachtete Rolle in der A.er Malerzunft spielte und das erste A.er Malerbuch (StA A.) schrieb. Im Anschluss 1488/89 kurze Lehrzeit B.s bei Martin Schongauer in Colmar oder Breisach. 1498 Meisterrecht und Heirat in A. 1503 Reise nach Köln anzunehmen, vielleicht bis in die Niederlande. 1507 vermutlich Reise nach Oberitalien, v.a. Venedig, dessen Eindrücke bis zu seinem Lebensende beherrschend blieben. Erste gemalte Bildnisse des Predigers Geiler von Kaisersberg und des A.er Bf.s Friedrich (II.) von Zollern entstanden 1490 (beide Staatsgalerie A.). 

Ab 1491 Holzschnittentwürfe für E. Ratdolts liturgische Drucke. Erste Großaufträge mit H. Holbein d.Ä. für St. Katharina („Basilikenbilder“ und Altäre; sämtlich Staatsgalerie A.). Ein Altar von 1505 für Kurfürst Friedrich den Weisen von Sachsen zeigt, dass B. bereits damals zu den besten dt. Malern gerechnet wurde. Nach anfänglich niederländischem Einfluss (Holbein und Reise von 1503) wandte er sich spätestens ab 1507 südlicher Formenwelt und, stärker als Dürer, weichem venezianischem Kolorit zu. Höhepunkte seiner kirchlichen Malerei sind der Johannesaltar (1518) und der Kreuzigungsaltar (1519, beide Alte Pinakothek München), Triptychen von ernstem Figurenideal und tiefer Farbigkeit mit weiten durchgehenden Landschaftsgründen. Seine eigentliche künstlerische und ornamentale Phantasie entfaltete er in den Holzschnitt-Auftragswerken für Maximilian I.: um 1509 „Genealogie des Hauses Habsburg“, 1512-1518 zahllose Holzschnittentwürfe zu „Theuerdanck", „Weiskunig“ und „Triumphzug Maximilians“. 

Zusammen mit Formschneidern wie J. de Negker entwickelte er einen von Dürer unabhängigen, lesbaren und schwungvollen graphischen Stil, der v.a. im Historismus als reinster Ausdruck dt. Renaissance gewertet wurde. Auch im städtischen Leben A.s gesichert und anerkannt, wurde er von K. Peutinger gefördert und an humanistische Themen herangeführt. Wichtige Spätwerke sind u.a. die freie Nachschöpfung von Cranachs Apokalypse-Illustrationen zu Luthers Übersetzung (1523); außerdem Beteiligung an einem historischen Bilderzyklus für Wilhelm V. von Bayern (1528/29). Neben ca. 800 Holzschnitten sind von B. etwa 80-90 Zeichnungen erhalten. Aufnahmebereiter für die malerischen Neuerungen der italienischen Renaissance als Dürer, jedoch ohne dessen zeichnerische Genialität und kunsttheoretische Ambitionen, war B. der bedeutendste A.er Künstler seiner Zeit und einer der Großen der altdt. Malerei. Gedenktafel an seinem Wohnhaus Mauerberg 31. Von seinem künstlerisch unbedeutenden Sohn Hans d.J. (um 1500-1562) sind nur einige Buchholzschnitte und Radierungen sowie eine Miniaturenserie nach Vorlagen des Vaters bekannt.