Stadt Augsburg Stadtarchiv Augsburg
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20.04.2018

Rudolf (Christian Karl) Diesel

* 18.3.1858 Paris, † 29.9.1913 ertrunken (Ärmelkanal), Ingenieur, Erfinder. Sohn eines (erfolglosen) Lederwarenfabrikanten in Paris, der nach Ausbruch des Dt.-Französischen Krieges (1870) mit seiner Familie nach London übersiedelte. Ende 1870 kam D. zu seinen Verwandten nach A., wo er bis 1875 die Industrieschule besuchte. Ab 1875 Maschinenbaustudium am Müncher Polytechnikum, das er 1880 mit dem seit Gründung besten Examen abschloß. Danach 12 Jahre lang Mitarbeiter Carl von Lindes, der am Polytechnikum sein Lehrer war, in dessen Fabriken für Kältemaschinen in Paris und Berlin. Arbeitete seit 1892, nicht entmutigt durch mißglückte Versuche (seit 1883) mit komprimiertem Amoniakdampf, an einer grundlegenden Verbesserung des Verbrennungsmotors, der mit Selbstzündung arbeiten sollte. In enger Zusammenarbeit mit der Maschinenfabrik A. (MAN), deren Direktor, H. von Buz, ihn nachhaltig unterstützte, entstand der erste betriebsfähige D.-Motor, der 1897 vorgestellt wurde (heute im Dt. Museum in München; der Versuchsmotor hierzu im MAN-Museum A.). Während der Entwicklungsphase (1893-1897) wohnte D. im Springergäßchen 8 (Gedenktafel). D. wurde Millionär, eine D.-Motorenfabrik A. AG mußte ihren Betrieb jedoch sehr bald wieder einstellen. In der Folge erhebliche finanzielle Verluste bei Grundstücksgeschäften, langwierige Patentstreitigkeiten, körperliche und geistige Zusammenbrüche. Trieb erst nach Ablauf der Patentrechte 1908 die Fortentwicklung des D.-Motors wieder voran und baute, allerdings ohne praktischen Erfolg, da diese Projekte noch viel zu weit in die Zukunft wiesen, den ersten Klein-D.-Motor, den ersten LKW-Motor und die erste Motorlokomotive. Der D.-Motor als ortsfeste Maschine oder Antrieb selbst großer Seeschiffe hingegen feierte bereits Triumphe. Schied auf einer Überfahrt nach England vermutlich durch Selbstmord aus dem Leben.