Stadt Augsburg Stadtarchiv Augsburg
L o g o
20.04.2018

Hätzler

Bartholomäus

* um 1430, nach 1496, Notar. 1451-1496 in A.er Steuerbüchern nachgewiesen. Sohn des Notars Bartholomäus H. d.Ä. † 1444/45). Der "Notarius publicus" vertrat die Stadt u.a. 1467 im Streit mit Herzog Ludwig IX. von Bayern-Landshut. Seine Schwester 2) erlernte wohl auch bei ihm das Schreiben.

Clara

* um 1430, † nach 1476, Schreiberin. 1452-1476 in A.er Steuerbüchern nachgewiesen. Vater und Bruder waren als Notare und Rechtsberater in A. tätig. Sie selbst war Lohnschreiberin und nicht, wie oft behauptet, schreibende Nonne. Acht von ihr geschriebene dt.-sprachige Hss. (datiert 1467-1473) sind bekannt, u.a. ein „Beizbüchlein“ und ein „Schwabenspiegel“. Am bekanntesten wurde das "Liederbuch der C.H.", eine Sammlung hauptsächlich von Liedtexten des 13.-15. Jh.s, die sie im Auftrag des A.er Bürgers Jörg Roggenburg abschrieb. Die Hs. gliedert sich in zwei Teile: Teil 1 enthält fast ausschließlich Reimpaargedichte (insgesamt 77; dazu sieben Lieder und ein Prosastück); Teil 2, das eigentliche Liederbuch, umfaßt 128 Lieder, zwei Reimpaargedichte und vier Priameln. Thematisch überwiegen Minnereden und Minnelieder, außerdem finden sich Schwänke und Parodien, seltener Eß- und Trinklieder. Geistliches ist wenig vertreten. Das meiste ist anonym; zu den bekannten Autoren gehören Konrad von Würzburg, der Mönch von Salzburg, Oswald von Wolkenstein und J. Schiller. Wichtiges Zeugnis für die literarischen Interessen des Stadtbürgertums im SpätMA.