Stadt Augsburg Stadtarchiv Augsburg
L o g o
24.04.2018

Hörbrot, Jakob (Herbrot)

* 1490/95 A., † 21.4.1564 Neuburg/Do., Kaufmann, Bgm. Der Sohn eines Ende des 15. Jh.s aus Schlesien zugewanderten Kürschners übte das väterliche Handwerk aus. Heiratete 1527 Maria, die Tochter von L. (I) Kraffter, und erwarb seit Beginn der 40er Jahre ein großes Vermögen durch Luxuswarenhandel, Darlehens- und Kreditgeschäfte, wobei er auch mit den Fuggern zusammenarbeitete. Beteiligte sich ab 1540 als Zunftmeister der Kürschner und Führer der Kaufleutestube zunehmend an der Stadtpolitik: 1543 Baumeister, 1545 Bgm. Mitverantwortlich für den Eintritt A.s in den Schmalkaldischen Krieg 1546 auf seiten der Protestanten, wobei Geschäftskontakte zu Philipp von Hessen und Ottheinrich von der Pfalz eine wichtige Rolle spielten. Nach Niederlage der Schmalkaldener und Aufhebung der Zunftverfassung 1548 halfen ihm gute Wirtschaftsbeziehungen zu den Habsburgern, persönlichen Schaden zu vermeiden. 1551 wurde er von Kg. Ferdinand zum kgl. Rat ernannt. Zunehmender Widerstand gegen ihn in der Bürgerschaft, als er sich während des Fürstenkriegs 1552 als Bgm. erneut an die Spitze des kurzzeitig wiedererrichteten Zunftregiments stellte und Kurfürst Moritz von Sachsen unterstützte. Zahlreiche Spottlieder und Verleumdungsschriften erschienen, weshalb er 1553 die Stadt verließ und pfalzneuburgischer Pfleger zu Lauingen wurde. Wenig später übertrug er die Leitung des Handelshauses seinen Söhnen, die sich als wenig erfolgreiche Kaufleute erwiesen; 1562 machte die Gesellschaft Bankrott. Da die Söhne flohen, wurde H. zu Neuburg in Schuldhaft genommen, während der er starb.