Stadt Augsburg Stadtarchiv Augsburg
L o g o
26.04.2018

Troeltsch, Ernst

* 17.2.1865 Haunstetten, † 1.2.1923 Berlin, ev. Theologe, Kulturphilosoph. Sein Vater, Ernst T. (* 1832 A.), war Arzt und seit 1893 kgl. Hofrat. Nach Besuch des Gymnasiums bei St. Anna Theologiestudium zunächst am kgl. Lyzeum in A., dann an den Univ.en Erlangen, Berlin und Göttingen; dort 1891 Promotion zum Dr. theol., 1891/92 Privatdozent. 1892 Prof. an der Univ. Bonn, 1894 Ordinarius für Systematische Theologie in Heidelberg, 1915 Lehrstuhl für Philosophie in Berlin. Führendes Mitglied der Dt. Demokratischen Partei. 1919-1921 Unterstaatssekretär für ev. Angelegenheiten im preußischen Kultusministerium. Wie kaum ein anderer Theologe dieses Jh.s hat T. die Grundprobleme von Christentum und Theologie unter den Bedingungen der Moderne zum Thema seines weitgespannten Lebenswerks gemacht und damit auch der Geschichtswiss., Soziologie und Philosophie weitreichende Anstöße vermittelt. Ausgehend von Ritschl, Lagarde, religionsgeschichtlicher Schule und Historismus (dessen bedeutendster Philosoph er wurde) und in Auseinandersetzung mit orthodoxer Dogmatik, Idealismus, Naturalismus und historischem Materialismus, beschäftigte ihn zunächst die Frage nach dem Absolutheitsanspruch des Christentums, dann immer mehr die Suche nach einer die historisch-relativen Einzelgebilde umfassenden weltgeschichtlichen „Kultursynthese“. 1980 wurde an der Univ. A. das E.T.-Archiv, 1981 ebenfalls in A. die E.T.-Gesellschaft gegr.; 1985 wurde ein Hörsaal der Univ. A. nach T. benannt.