Stadt Augsburg Stadtarchiv Augsburg
L o g o
26.04.2018

Ulrich, Bischöfe von A.

Ulrich (I.)

* wohl 890 A., † 4.7.973 A., Bf. von A. 923-973, Heiliger. Entstammte der alemannischen Adelssippe der Hupaldinger, die mit mehreren schwäbischen Herzögen und über die Kaiserin Adelheid auch zur ottonischen Herrscherfamilie verwandt war. In St. Gallen erzogen, amtierte der Grafensohn schon unter Bf. Adalbero als Kämmerer. Bei dessen Nachfolge übergangen, wurde er nach dem Tode Bf. Hiltines von Kg. Heinrich I. auf Bitten Herzog Burchards I. von Schwaben, eines Verwandten, zum Oberhirten von A. ernannt und in Mainz geweiht. Sofort nach seinem Amtsantritt ließ er den von den Ungarn (vielleicht bei deren Einfall 913) zerstörten Dom neu errichten. Das von unzureichenden Wällen und Holzzäunen umgebene A. sicherte er durch einen Mauerring. Während des sog. Liudolfaufstandes (953-955), als fast der ganze schwäbische und bayerische Adel von Kg. Otto I. abgefallen war, stand U. treu zu ihm, weshalb die Aufständischen A. plünderten und besetzten. Vermittelte 954 mit Bf. Hartpert von Chur einen Waffenstillstand zwischen Otto I. und dessen Sohn Liudolf. Als 955 die Ungarn Bayern und Schwaben verwüsteten und dabei auch St. Afra einäscherten, verteidigte U. umsichtig seine Bf.-Stadt. Entgegen der späteren Legendenbildung kämpfte er wohl durchaus auch selbst mit. Die Verteidigung A.s, die Kräfte des ungarischen Heeres band, war sicher entscheidend für den epochalen Sieg Ottos I. in der Lechfeldschlacht am 10.8.955. Anstelle der zerstörten Afrakirche entstand auf U.s Initiative ein Neubau, in dem er für sich eine Grablege errichten ließ. Gründete 968 außerhalb der Stadtbefestigung das Kanonissenstift St. Stephan und ein Spital (Hl.-Geist-Spital). Trotz seines Einflusses bei Otto I. konnte er seinen Neffen Adalbero nicht als Nachfolger durchsetzen. Seine Biographie verfasste der A.er Dompropst Gerhard. Die Echtheit der nur in einer Abschrift des 15. Jh.s überlieferten Kanonisationsbulle (993), demzufolge U. der erste durch den Papst in Rom Hl.-Gesprochene wäre, ist jüngst mit gewichtigen Argumenten bezweifelt (Schimmelpfennig, Wolf), aber auch heftig verteidigt (Hehl) worden.

 

Ulrich (II.) von Schönegg

† 25.7.1337 A., Bf. von A. 1331-1337. Entstammte dem Reichsministerialengeschlecht von Schönegg (heute Oberschönegg/Illertissen). Ab 1288 Domkanoniker, 1298-1305 Archidiakon in A. 1302 betraute ihn Bf. Wolfhard von Roth, ein Verwandter, mit der Verwaltung des Klosters St. Ulrich und Afra. Vermutlich auf Druck Ludwigs IV. gewählt, konnte er sich gegen den von Papst Johannes XXII. ernannten Nikolaus von Frauenfeld durchsetzen. 1336/37 Reichskanzler. 1334 Beginn der Umgestaltung des Doms, in dem er auch begraben wurde.