Stadt Augsburg Stadtarchiv Augsburg
L o g o
26.04.2018

Zink, Burkhard

* 1396 Memmingen, † 1474/75 A., Kaufmann, städtischer Beamter, Chronist. Sohn eines Memminger Kaufmanns. Kam früh zu einem Onkel nach Krain, einem Pfarrer, der ihn studieren lassen wollte. Z. widersetzte sich und führte ein unruhiges Wanderleben, bis er 1419 eine Anstellung als Handelsdiener bei Jos. Cramer in A. bekam. 1431 Wagmeister bei P. Egen, wo er Handelsgeschäfte auf eigene Rechnung tätigen konnte. Trat 1441 als Faktor mit eigener Kapitaleinlage in die Meuting-Gesellschaft ein, wo er so gut verdiente, dass er pro Jahr 100 fl zurücklegen konnte. Nach 1450 wechselnde Funktionen in städtischen Diensten. Stieg wirtschaftlich zur gehobenen Mittelschicht auf: Bei seiner Heirat (1421) vermögenslos, versteuerte er 1448 ein AV von knapp 1000 fl. Seine Chronik gliedert sich in vier Bücher: Das erste ist eine Bearbeitung der anonymen Chronik 1368-1406, das zweite behandelt Ereignisse 1401-1466, wobei er aus fremden Quellen schöpfte. Im vierten berichtet er über diese Zeit als Augenzeuge bzw. unmittelbar Beteiligter. Gelungenster Abschnitt ist das dritte Buch, eine Autobiographie, in der er Einblicke von seltener Eindringlichkeit in die Lebensrealität des SpätMA gibt. Die Emotionalität der Darstellung, Originalität der Sprache und Schilderung des Zeitgeschehens einmal nicht aus dem Blickwinkel der Herrschenden, sondern aus dem des wachen und doch bescheiden gebliebenen Bürgers, sind wohl ausschlaggebend für die Einschätzung, dass die A.er Historiographie in B.Z., wenn nicht ihren Höhestand erreichte, so doch zur vollen Blüte kam (O. Lorenz).